Annaberger Impuls I

Lugau

Eine Holzskulptur aus zwei abstrakten menschlichen Figuren, die übereinander sitzen. Die Figuren haben verlängerte Gliedmaßen und vereinfachte Gesichtszüge, die vor einem unscharfen Hintergrund stehen, was dem Bild eine mysteriöse und kontemplative Atmosphäre verleiht.
Eine Holzskulptur aus zwei abstrakten menschlichen Figuren, die übereinander sitzen. Die Figuren haben verlängerte Gliedmaßen und vereinfachte Gesichtszüge, die vor einem unscharfen Hintergrund stehen, was dem Bild eine mysteriöse und kontemplative Atmosphäre verleiht.
(c) Johannes Richter

Holz und Stein: Künstlerisches Schaffen im Erzgebirge und Mittelsachsen

In Teilen kennen sie sich seit Jahrzehnten, die Crème de la Crème der Künstler:innen aus dem Erzgebirge und ihre tschechischen Freund:innen. Sie arbeiten interdisziplinär, in unterschiedlichen Medien und Materialien. Als das Annaberger Netzwerk kuratierten sie Skulpturen für zwei Ausstellungen. Zu erleben sind Werke aus traditionellen Stoffen, aus Holz und Stein. 

In Lugau dabei sind: Rolf Büttner, Roland Buschmann, Sebastian Mvller, Christoph Roßner, Uwe Schwarz, Jörg Seifert, Thomas Suchomel, Silvio Ukat.

 

Annaberger Impuls I: Holz
Mit Werken von: Rolf Büttner, Roland Buschmann, Sebastian Mvller, Christoph Roßner, Uwe Schwarz, Jörg Seifert, Thomas Suchomel, Silvio Ukat 

Material: Eichenholz

Aufgestellt durch die Stadt Lugau/Erzgeb. mit freundlicher Unterstützung von BGH Edelstahl Lugau GmbH.

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Adresse:
in Stadtpark Lugau
09385 Lugau (am Kohlebahnradweg)

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Wo heute die Holzskulpturen der Künstlergruppe Annaberger Impuls I stehen, rollten einst Züge mit Kohle. Der Stadtpark Lugau, seit 2014 die neue „Grüne Mitte“ der Stadt, war früher Bahnhofsgelände der Chemnitz-Würschnitzer Eisenbahngesellschaft. Sie beförderte ab 1858 die Steinkohle aus dem Lugau-Oelsnitzer Revier ins Industriezentrum Chemnitz und befeuerte die Dampfmaschinen der Textilindustrie.
Die Gründung der Ortsteile Ursprung, Kirchberg, Erlbach und (Nieder-)Lugau geht auf das 12. Jh. zurück. Bis Mitte des 19. Jh. prägten Bauernhöfe das Ortsbild und Landwirtschaft den wirtschaftlichen Erwerb der Menschen. Bis zu jener Nacht vom 6. Auf den 7. Januar 1844: Auf der Neuoelsnitzer Flur nahe der Ortsgrenze zu Niederwürschnitz – zwischen Lugau und Stollberg - wurde abbauwürdige Steinkohle gefunden.
Der Kohleboom löste eine enorme Zuwanderungswelle aus: In 50 Jahren wuchs die Bevölkerung auf das 20-fache. Aus Dörfern wuchs zwischen den Schächten eine Stadt. Vor dem 1. Weltkrieg erreichte die Kohleförderung ihren Höhepunkt, dann gingen Vorkommen und Nachfrage zur Neige. 1972 schloss die letzte Kohlegrube des Reviers: der Karl-Liebknecht-Schacht in Oelsnitz, heute  ↗ Bergbaumuseum Kohlewelt und Standort des PURPLE-PATH-Kunstwerks Beyond Horizons 2025 von James Turrell.

Erinnerungen bewahren, Landschaft erkunden, Gemeinschaft pflegen: Stadtpark, Sporthaus, Museum und Kohlebahnradweg
Nachdem im September 1996 der letzte Güterzug durchgerollt war, verfiel der Güterbahnhof Lugau in einen tiefen Schlaf. Was sollte mit der Brache geschehen? Ein Stadtentwicklungsprojekt schuf bis 2014 die neu „Grüne Mitte“: Stadtpark mit Fitnessparcours, Grillplatz und Spielplatz sowie das restaurierte Empfangsgebäude, heute Haus des Sports, in dem u.a. der ↗ Ringerverein Eichenkranz Lugau 1908 e.V. zu Hause ist.
Geblieben aus der Kohlezeit ist auch die alte Bahnmeisterei im Stadtpark aus dem Jahr 1858. Die auf eine Jugendinitiative zurückgehenden ↗ Lugauer Eisenbahnfreunde unterhalten hier seit 2019 das kleine Museum mit einer historischen Ausstellung und pflegen die Erinnerung an mehr als 120 Jahre Kohletradition.
Im Jahre 2009 wurden sämtliche Gleisanlagen auf dem Streckenabschnitt Lugau-Wüstenbrand abgebaut. Heute verläuft hier der touristische ↗ Kohlebahnradweg, auf dem sich die Region bequem erkunden lässt.
Mehr zu „Freizeit in Lugau“ auf ↗ stadt-lugau.de

Altäre zum Niederknien: Kreuzkirche Lugau
Die ↗ Kreuzkirche der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Lugau-Niederwürschnitz trägt diesen Namen seit 1954. Heute sieht der Besucher eine Saalkirche im neoromanischen Stil aus dem Jahre 1842/43. Damals war der Vorgängerbau, der sich bis ins 13. Jh. zurückverfolgen lässt, abgerissen worden. 
Aus der alten Kirche blieben lediglich wenige sakrale Kunstwerke, wie die spätgotische Pietà (16.Jh.). Im Zentrum des Altarraumes ragt das hölzerne Kruzifix mit Jesusfigur (1502) empor. Es ist ein Werk des bedeutenden Renaissance-Bildschnitzers Peter Breuer (um 1472-1541) aus Zwickau. 

Innovationen und Traditionsbewusstsein, Offenheit und Zuwanderung sicherten seit jeher das Überleben im Kohlerevier Lugau-Oelsnitz. All das zeugt von vielen Transformationsprozessen, die weit in die Geschichte zurückreichen und teils bis heute andauern. Die Region war immer in Bewegung. Menschen kamen und gingen mit dem wirtschaftlichen Auf und Ab, erfanden sich kulturell neu und entwickelten Handwerk und Technik weiter. So ist es bis heute.

Terra Ursprung: Das Zukunftshaus von Ines und Roger Herold
Im Lugauer Ortsteil Ursprung steht auf dem Grundstück eines traditionellen Vierseithofes ein modernes „Fachwerkhaus“ aus Stahl und Holz: Das Zukunftshaus ↗ Terra Ursprung verbindet visionäre Architektur mit nachhaltiger Energieversorgung und einem offenen Gemeinschaftsgedanken. Das Haus versorgt sich komplett selbst mit Energie: Photovoltaik gewinnt Strom aus Sonnenlicht. Zudem wird grüner Wasserstoff erzeugt, gespeichert und zur Energiegewinnung genutzt – ein außergewöhnliches Pilotprojekt, das 2021 startete.
Doch Terra Ursprung ist mehr als ein technisches Vorzeigehaus für energetische Autarkie: Es versteht sich als Treffpunkt für Bildung, Kultur und Innovation. Die beiden Initiatoren Ines und Roger Herold – sie ist Management-Expertin, er Stahlbau-Experte – öffnen ihr Haus kreativen Menschen, um Raum für neue Ideen zu geben. Workshops, Vorträge und kreative Veranstaltungen machen den Terra.Hub zu einem Ort des Austauschs, der Begegnung und Inspiration, an dem Zukunftsideen für ländliches Leben entstehen.

Stadt Chemnitz Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Freistaat Sachsen Kulturhauptstadt Europas

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes und durch Bundesmittel des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie durch Mittel der Stadt Chemnitz.